Ein seltener Gartengast, die Ungarische Zeitlose, gen. Velebit Star 2026.02.16 Die Anzahl der bereits im Januar/Februar im Garten blühenden Staudenarten hält sich in Grenzen. Mit Ausnahme der wintergrünen Christrose, (Helleborus niger) zählen alle zur Gruppe der Geophyten, also der Pflanzen, die frühzeitig austreiben und blühen und sehr schnell ihre Vegetationsperiode wieder beenden, wenn der Lichteinfall geringer wird, weil sich an ihrem Naturstandort das Blätterdach der Bäume schließt oder die Grasnarbe zu hoch wird. Schneeglöckchen, Krokusse, Frühlingsalpenveilchen und Märzenbecher sind es, die uns mit ihren kleinen Blüten bereits Anfang Februar erfreuen. Das war es dann aber auch. Umso mehr finde ich es schade, dass man sie nur in wenigen Gärten sieht. Angesichts der geringen Zahl von Jahresanfangblühern unter den Stauden ist es kein Wunder, dass sich die Liebe vieler Gartensüchtiger auf das Schneeglöckchen stürzt, mit der Folge, dass neben den 24 Wildarten inzwischen mehr als 1000 Schneeglöckchensorten entstanden sind.
Ich habe den Star erst im zweiten Versuch erkannt; so klein waren zu diesem Zeitpunkt die Blüten. Maximal 1 cm maßen die sechs Blütenblätter. Aber im Lauf der langen Blütezeit der Pflanze - denn nicht täglich kommt in Winter ein bestäubungswilliges Insekt vorbei - sind die sich sternförmigen flach ausbreitenden Blütenblätter auf etwa 2 cm Länge angewachsen, so dass die kleine Zeitlose bei der Blütengröße mindestens mit den im Garten in der Nähe stehenden Winterlingen mithalten können. Auffällig sind in der weißen Blüte die schwarz-purpurfarbenen Staubbeutel. In Deutschland ist der Velebit Star nicht ganz einfach zu erwerben. Erst recht gilt das für eine schwach violett blühende Sorte namens ‚Valentine‘, die neben der weißen Blütengrundform gelegentlich im Handel sein soll.
Allerdings, ausbreitungsfreudig könnte auch der Velebit Star sein. Auf der Website „Kroatiens Fauna und Flora“ findet sich der Hinweis, dass Dalmatiens Wiesen im Januar und Februar mit den kleinen weißen Sternen der Ungarischen Zeitlose übersät seien. Die Standortbedingungen in meinem kleinen Steingartenhang könnten passen: Sonne, kalkreicher, lockerer Boden, im Sommer eher trocken! Solche massenhaften Bestände kennt man auch von anderen Geophyten, wie den Schneeglöckchen, die deswegen zurzeit meinen Garten prägen.
Literatur mit vielen Details: https://kroatiens-fauna-und-flora.org/index.php?title=Colchicum_hungaricum_Janka,_1886 Bezugsquelle: Zwiebeln https://www.floralpin.de/
Gelbgrüne Heuchera: Eine Füllstaude als Star 2026.01.21 Der Begriff der „Füllstaude“ ist ein wenig unfreundlich. Er bedeutet, dass mit einer derartigen Pflanze Lücken im Beet geschlossen werden. Sie selbst soll eher unscheinbar sein, um die anderen Stauden desto besser hervorzuheben zu können. Gibt man den Begriff „Füllstaude“ im Internet ein, so wird unter anderem die Gattung Heuchera als ein Beispiel erwähnt.
Der Grund ist die außergewöhnlich kräftige, helle gelbgrüne Farbe der weichen, am Rand gelappten ganzjährigen Blätter. Jetzt im Winter Die Blüten erscheinen im Spätsommer und Herbst, sind nicht purpurn, sondern weiß bis cremegelb und winzig und stehen in hohen rispenförmigen Blütenständen bis 50 cm über den Blättern. Das sieht hübsch aus, aber dennoch machen die Blattfarben die Attraktivität der Pflanze aus. Die Heucherapflanzen machen kaum Probleme. Schnecken verschonen sie zwar nicht völlig, aber Heuchera gehören gewiss nicht zu ihrer Lieblingsspeise. Zum Blattwechsel im Frühjahr kann man die alten Blätter aus optischen Gründen zurückschneiden. Der Standort sollte nicht total austrocknen und nicht tiefschattig sein, weil die Farbe an lichteren Strandorten heller und vor allem gelber wirkt. Die heiße Sommersonne ist auf der andwren Seite erst recht nicht zuträglich, weil sie Sonnenbrandflecken auf den Blättern verursacht. Die Pflanzen bilden daumendicke kurze, ein wenig verholzende Rhizome, die sich allmählich unter- oder auch oberirdisch ausbreiten. Diese kann man dort, wo es nicht passt, abnehmen und, soweit sich schon Wurzeln gebildet, an anderer Stelle neu einpflanzen. Das ist kinderleicht. Alles in allem demnach eine sehr pflegeleichte Pflanze! Füllstaude hin oder her. In meinem Garten erfüllt sie eine wichtige Funktion und macht kaum Ärger. Möglich, liebe Leser, dass Sie jetzt nach so viel Lobpreisung gerne den Sortennamen wissen möchten. Da muss ich leider vorsichtig sein.. Ein Etikett war bei dem Geschenk nicht dabei und sähe in einer Bühnendekoration auch nicht gut aus. Das Bildmaterial im Internet Letztlich ist nicht die sichere Namensbestimmung, sondern die Qualität der Pflanze wichtig. Und die ist für mich in großem Ausmaß gegeben. Literatur: Heuchera-Sichtung in Erfurt zu 180 Heuchera-Sorten: Bezugsquelle für Heuchera villosa ‘Citronelle‘ :z.B.: https://www.stauden-stade.de; https://www.baumschule-horstmann.de/ mit netter Bescheibung.
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